Vom Lagerhaus zum Stadtspeicher

Das Haus Markt 16 in Jena

Am Jenaer Markt wurde 1384 ein Haus errichtet, das heute als das zweitälteste Gebäude der Altstadt gilt. Seine Lage, die einfache Ausstattung und eine hohe Halle im Erdgeschoss sprechen dafür, dass es zum Zwecke des Handelns erbaut wurde. 1435 entstand östlich davon ein Wohnhaus. Ein massiv errichtetes Erdgeschoss und eine große Holzstube lassen vermuten, dass der Erbauer zu den begüterten Jenensern zählte. Während der Sanierungsarbeiten des Gebäudekomplexes entdeckten Bauforscher, dass sehr viele originale Teile die Jahrhunderte überdauerten, Holzbalken z. B., Lehmgefache, die oft noch eine alte Bemalung zeigen, und auch Teile des historischen Fußbodens. An den Profanbauten lassen sich über 600 Jahre regionaler Baugeschichte zurück verfolgen. Zwei in etwa vergleichbare Gebäude sind bisher nur aus Erfurt bekannt. Ein drittes wurde kürzlich in Pößneck entdeckt. So gehört das Haus Markt 16 in Jena zu den bedeutendesten Beispielen der thüringischen Hauslandschaft In dem historisch wertvollen Gebäude am Markt hat künftig die Tourist-Information Jena ihr Domizil. Eine weitere Nutzung als Wissensspeicher, der neben Bezügen zur Stadtgeschichte und universellem Wissen vor allem interessante und prägnante Informationen über Jena sammelt und darstellt, wird das Haus zum Jenaer "Stadtspeicher" gestaltet, zum attraktiven Anlaufpunkt für alle, die Jena besuchen.